Baumaschinen-Daten verschiedener Hersteller lassen sich zentral zusammenführen, wenn eine Plattform OEM-Schnittstellen, bestehende Telematik und nachrüstbare Sensoren in ein gemeinsames Datenmodell übersetzt. Entscheidend ist nicht die grösste Menge an Rohdaten. Entscheidend ist, dass Standort, Betriebsstunden, Zustand und Ereignisse für Disposition, Wartung und Rapportierung nutzbar werden.

Warum gemischte Flotten zu Datensilos führen

Kaum ein Bauunternehmen kauft über Jahre ausschliesslich bei einem Hersteller. Zum eigenen Bestand kommen Mietmaschinen, Anbaugeräte, Fahrzeuge und ältere Geräte ohne moderne Telematik. Für einzelne Marken gibt es Portale, während Werkstatt und Disposition zusätzlich mit Listen oder separaten Systemen arbeiten.

Das Problem ist deshalb selten, dass Informationen vollständig fehlen. Sie stehen nur nicht im richtigen Zusammenhang. Ein Portal zeigt den letzten Standort, ein anderes die Betriebsstunden. Die Werkstatt pflegt Servicearbeiten separat und die Projektleitung braucht dieselben Zeiten für den Rapport. Eine zentrale Plattform verbindet diese Perspektiven über eine eindeutige Maschinenidentität.

Welche Daten sich sinnvoll vereinheitlichen lassen

  • aktueller und letzter bekannter Standort mit Zeitstempel
  • Betriebsstunden, Kilometer sowie Start- und Stopp-Ereignisse
  • Arbeitszeit, Leerlaufzeit und Verbrauch, sofern verfügbar
  • Warn-, Fehler- und Zustandsmeldungen
  • anstehende Wartungen und dokumentierte Servicearbeiten
  • Zuordnung zu Baustelle, Projekt, Kostenstelle oder verantwortlicher Person

Nicht jede Maschine liefert alle Werte. Bei einer alten Rüttelplatte reichen möglicherweise Standort und Bewegung. Bei einem neuen Bagger sind Betriebsstunden, Verbrauch und Zustandsmeldungen relevant. Eine gute Lösung zeigt diese Unterschiede offen, ohne Nutzerinnen und Nutzer mit technischen Details zu überladen.

Bauleiter prüft herstellerübergreifende Maschinendaten auf einem Tablet
Eine gemeinsame Flottenansicht macht unterschiedliche Datenquellen für den Betrieb nutzbar.

Was ISO 15143-3 und AEMP 2.0 beitragen

ISO/TS 15143-3 beschreibt den Austausch von Statusdaten mobiler Baumaschinen zwischen einem Telematikserver und Kundenanwendungen. Im Markt wird dafür häufig auch der Begriff AEMP 2.0 beziehungsweise ISO Fleet Data Exchange verwendet. Der Standard schafft ein gemeinsames Format für Werte wie Standort, Betriebsstunden oder Kraftstoffstand.

Ein Standard garantiert jedoch nicht, dass jede Maschine dieselben Daten in derselben Qualität liefert. Umfang, Aktualisierungsintervall und Freigabe hängen von Hersteller, Modell und Vertrag ab. Vor dem Projektstart solltest du deshalb prüfen, welche Maschinen aktive Telematik besitzen, welche Daten freigegeben sind und wo Nachrüsthardware Lücken schliessen muss.

Drei Ebenen einer herstellerübergreifenden Lösung

  • Datenquellen anbinden: OEM-Portale, Tracker, Fahrzeugdaten und eigene Sensorik mit klaren Berechtigungen verbinden.
  • Daten vereinheitlichen: Inventarnummern, Einheiten, Zeitstempel und Statuswerte einem gemeinsamen Modell zuordnen.
  • Prozesse auslösen: Betriebsstunden in die Wartung übernehmen, Standorte der Disposition bereitstellen und Projektzuordnungen für den Rapport nutzen.

Wie Findmee Standorte, Bewegungen und weitere Maschinendaten erfasst, zeigt das Trackingmodul.

So bereitest du einen belastbaren Pilot vor

Starte nicht mit sämtlichen Datenfeldern. Wähle einen Prozess, der heute spürbar Aufwand verursacht, und teste ihn mit 20 bis 40 Maschinen verschiedener Hersteller. Definiere vorher, welche Entscheidung nach dem Pilot schneller oder verlässlicher getroffen werden soll.

  • vollständige Asset-Liste mit Hersteller, Modell, Baujahr und Inventarnummer erstellen
  • vorhandene Telematik, Zugänge und Aktualisierungsintervalle erfassen
  • fünf bis zehn wirklich benötigte Datenpunkte festlegen
  • Lücken für Tracker, Bluetooth-Tags oder manuelle Werte dokumentieren
  • Verantwortliche für Stammdaten, Wartung und Disposition benennen
  • Daten mit dem realen Baustellenbetrieb vergleichen

Datenschutz und Rollen von Anfang an klären

Maschinen- und Fahrzeugdaten können Rückschlüsse auf Mitarbeitende erlauben. Zweck, Verhältnismässigkeit, Transparenz und Zugriffsschutz müssen deshalb von Beginn an geregelt sein. Definiere, welche Rolle welche Daten sehen darf, wie lange Historien gespeichert werden und wie Mitarbeitende informiert werden.

Wenn die Datenbasis steht, kannst du Wartungsfenster im Wartungsmodul.

und Verfügbarkeiten im Dispositionsmodul.

Für wertvolle mobile Assets ergänzt ein abgestimmtes Sicherheitskonzept die Datenbasis. Mehr dazu im Leitfaden Baumaschinen-Diebstahlschutz mit GPS.

Häufige Fragen zu herstellerübergreifenden Maschinendaten

Muss jede Maschine eine OEM-Schnittstelle besitzen? Nein. Bestehende Herstellerdaten können mit nachgerüsteten Trackern, Bluetooth-Tags oder dokumentierten Zählerständen kombiniert werden.

Wie aktuell müssen die Daten sein? Das hängt vom Prozess ab. Für eine Wochenplanung genügt häufig der letzte verlässliche Standort. Für einen unmittelbar anstehenden Transport ist eine aktuelle Bestätigung erforderlich.

Ersetzt eine zentrale Plattform alle Herstellerportale? Nicht zwingend. Sie bündelt die betrieblich relevanten Werte und kann Spezialfunktionen der OEM-Portale ergänzen.

Quellen und weiterführende Informationen